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Bidjar (Bijar) — die Eisenteppiche Persiens

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      Kurdische Knüpfkunst aus Nordwestpersien

      Bidjar-Perserteppich — Djoharian Collection

      „Wenn uns jemand fragt, welcher Teppich einen belebten Haushalt am besten übersteht, lautet die Antwort fast immer: ein Bidjar.“

      Warum ein Bidjar „Eisenteppich“ heißt

      Der Bidjar-Teppich (auch Bijar geschrieben) stammt aus der kurdischen Stadt Bidjar im Nordwesten Persiens und verdankt seinen Beinamen einer besonderen Knüpftechnik: Der Schussfaden wird im feuchten Zustand eingeschlagen und verdichtet. Beim Trocknen zieht sich das Material zusammen, das Gewebe verspannt sich und wird außergewöhnlich fest. Das Ergebnis ist ein schwerer, kompakter Teppich mit sehr geringer Elastizität — er wellt sich kaum, liegt von selbst flach und hält Belastung stand, an der andere Knüpfungen nachgeben.

      Die Muster stammen aus einem gewachsenen kurdischen Formenschatz: das feingliedrige Herati- oder Mahi-Muster („Fisch“), bei dem sich Rautenranken über die gesamte Fläche ziehen, und der Gol-Farang-Entwurf („französische Rose“), der im 19. Jahrhundert europäische Blumenmalerei aufnahm. Charakteristisch sind die tiefen Indigo- und Krapprot-Töne der Region, beide aus Pflanzenfarben gewonnen.

      Der Teppich für Räume, in denen viel passiert

      Genau die Eigenschaften, die den Bidjar bei Sammlern beliebt machen, machen ihn auch zum unkompliziertesten Teppich für einen belebten Haushalt. Das hohe Eigengewicht sorgt dafür, dass er nicht verrutscht, wenn Kinder darauf spielen oder Stühle geschoben werden. Der kurze, dichte Flor nimmt Schmutz nicht tief auf, und das natürliche Wollfett (Lanolin) lässt Flüssigkeiten zunächst abperlen, statt sofort einzuziehen. Wolle ist zudem von Natur aus schwer entflammbar.

      Und falls doch einmal etwas passiert: Ein handgeknüpfter Bidjar ist reparabel. Beschädigte Stellen lassen sich nachknüpfen, Fransen und Kanten erneuern. Deshalb liegen diese Teppiche gern dort, wo es lebhaft zugeht — im Flur, im Esszimmer, im Wohnzimmer mit Hund. Für Lofträume eignen sich kontrastreiche Medaillonstücke, für Landhaus und Altbau die ruhigeren antiken Patinen.

      Was wir vor der Aufnahme in die Kollektion prüfen

      • Knüpfdichte und Wollqualität: jedes Stück wird von Hand nach Knüpfdichte, Wollgüte und Erhaltungszustand ausgewählt
      • Vintage und antik bevorzugt: gebrauchte Stücke bleiben im Umlauf, statt neu produziert zu werden — und zeigen eine Patina, die sich nicht herstellen lässt
      • Faire Herkunft: Partner von Label STEP Fair Trade Carpets — faire Löhne, keine Kinderarbeit, kontrollierte Produktionsbedingungen
      • Gewaschen und restauriert: Vintage- und antike Teppiche werden vor dem Verkauf fachgerecht gewaschen und, wo nötig, von Hand restauriert

      Pflege und Werterhalt

      Handgeknüpfte Teppiche reagieren empfindlich auf aggressive Reinigungsmittel. Chemische Verfahren entziehen der Faser Glanz und Geschmeidigkeit und machen sie spröde. Wir empfehlen daher ausschließlich die schonende Handwäsche. Für Kunden in Unterfranken und im Rhein-Main-Gebiet bieten wir Handwäsche mit Abholung in Würzburg und Umgebung an; ebenso Reparaturen an Fransen, Kanten sowie Mottenschäden bei Wollteppichen. Sachgerechte Pflege alle fünf bis acht Jahre erhält Farbtiefe und Substanz über Generationen.

      Verwandte Kategorien

      Perserteppiche im Überblick · Heriz · Täbriz · Kaschan

      Handgeknüpfte Bidjar-Teppiche | Label STEP Fair Trade | Djoharian Collection — seit 1967