Afghan rugs from Afghanistan

Afghan Teppiche — Ziegler, Chobi, Kazak & Kelim aus Afghanistan

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      Handgeknüpft nördlich des Hindukusch

      Afghan Teppiche — Ziegler, Chobi, Kazak & Kelim

      „Handgesponnene Wolle, mit Walnussschale und Krapp gefärbt, in Bergflüssen gewaschen — daher die ruhigen, leicht ungleichmäßigen Farben.“

      Woher afghanische Teppiche kommen

      Afghan Teppiche entstehen in den Hochebenen und Basaren um Mazar-i-Sharif, Herat, Andkhoy und Aqcha. Geknüpft wird von turkmenischen, usbekischen und Hazara-Webgemeinschaften — aus handgesponnener Hochlandwolle und mit pflanzlichen und mineralischen Farbstoffen. Handgesponnenes Garn ist ungleichmäßiger als maschinelles; es nimmt die Farbe unterschiedlich an, und genau daraus entsteht das leichte Abrash, die sanfte Farbschattierung, an der man diese Teppiche erkennt. Hintergründe zu den einzelnen Provenienzen finden sich in der Jozan Carpet Encyclopedia.

      Die wichtigsten afghanischen Teppichfamilien

      Ziegler — die ruhige, gedämpfte Variante

      Die Ziegler-Entwürfe gehen auf das schweizerisch-britische Handelshaus Ziegler & Co. zurück, das ab den 1880er Jahren in Sultanabad Teppiche für den europäischen Markt knüpfen ließ. Im Norden Afghanistans wurde die Tradition im späten 20. Jahrhundert wieder aufgenommen. Kennzeichen ist die zurückgenommene Farbpalette — Elfenbein, sanftes Rost, Salbeigrün, gedämpftes Gold — mit großzügigen Allover-Mustern im Farahan- und Mahal-Stil. Der Klassiker für helle, zurückhaltende Räume.

      Chobi — pflanzengefärbt, erdig

      Chobi geht auf das persische Wort für Holz zurück und verweist auf die pflanzlichen Farbstoffe aus Walnussschale, Granatapfelschale, Indigo und Krapp. Die Wolle wird nach dem Färben in Bergflüssen gewaschen, was den Farben ihre weiche, leicht gealterte Wirkung gibt. Passt gut zu Eiche, Nussbaum und Sichtbeton.

      Afghan Kazak — kräftige Geometrie

      Nach antiken kaukasischen Kazak-Vorbildern geknüpft: große geometrische Medaillons, Sternformen, satte Krapprot- und Indigofelder. Diese Teppiche setzen einen deutlichen Akzent und brauchen entsprechend Platz, um zu wirken.

      Afghan Kelim — flach gewebt

      Ohne Flor gewebt, mit geometrischen oder Allover-Mustern aus handgesponnener Wolle. Wenig Aufbauhöhe, beidseitig nutzbar — gut für Flur und Küche oder als Schichtung auf einem größeren Teppich. Mehr dazu in unserer Kelim-Kategorie.

      Shirvan & turkmenische Traditionen

      Angelehnt an kaukasische Shirvan-Muster und an die turkmenischen Gül-Motive (Ersari, Tekke, Yomud): dichte, sich wiederholende Feldmuster in tiefem Aubergine, Ochsenblut und Walnussbraun.

      Konstruktion & Materialien

      • Flor: 100 % handgesponnene Hochlandwolle mit erhaltenem natürlichem Lanolin — weicher Glanz, schmutzabweisend
      • Grundgewebe: Kette und Schuss aus Baumwolle — sorgt für Formstabilität und Planlage
      • Knotendichte: typischerweise 90.000 bis 250.000 Knoten/m², feinere Ziegler-Werkstattstücke bis 400.000
      • Pigmente: bei Chobi-Qualität traditionell pflanzliche und mineralische Naturfarbstoffe
      • Knotenart: überwiegend der symmetrische (türkische) Knoten

      Im Alltag — auch mit Kindern und Hunden

      Afghanische Teppiche gehören zu den unkompliziertesten überhaupt. Die handgesponnene Hochlandwolle behält viel Wollfett (Lanolin), sodass Flüssigkeiten zunächst abperlen, statt sofort einzuziehen; Wolle ist zudem von Natur aus schwer entflammbar. Die kräftige Knüpfung und das leichte Abrash sind im Familienalltag ein echter Vorteil: Wo eine gleichmäßig gefärbte Fläche jede Stelle zeigt, verschwindet sie in der natürlichen Farbschattierung.

      Sollte doch etwas passieren: Ein handgeknüpfter Afghan ist reparabel. Beschädigte Stellen lassen sich nachknüpfen, Fransen und Kanten erneuern. Bei den Kelims empfehlen wir auf glattem Boden eine Antirutschunterlage.

      Was Sie von uns erwarten können

      • Geprüfte Handarbeit — ausgewählt nach Knüpfung, Wollgüte und Klarheit der Zeichnung
      • Label STEP Fair Trade — faire Löhne, keine Kinderarbeit, kontrollierte Produktionsbedingungen bei neuer Ware
      • Von Hand gewaschen und ausgerüstet, bevor ein Stück in den Verkauf geht
      • Beratung — im Showroom in Lohr am Main, unverbindlich bei Ihnen zu Hause oder per Videoberatung über WhatsApp
      • Djoharian Collection — seit 1967, mit Wurzeln im Großen Teppichbasar von Teheran

      Pflege und Werterhalt

      Handgeknüpfte Teppiche reagieren empfindlich auf aggressive Reinigungsmittel. Chemische Verfahren entziehen der Faser Glanz und Geschmeidigkeit und machen sie spröde — bei pflanzengefärbter Ware ist das besonders heikel. Wir empfehlen daher ausschließlich die schonende Handwäsche. Für Kunden in Unterfranken und im Rhein-Main-Gebiet bieten wir Teppichwäsche und Reparatur in Würzburg, Aschaffenburg und Main-Spessart an; ebenso Arbeiten an Fransen, Kanten sowie Mottenschäden bei Wollteppichen. Sachgerechte Pflege alle fünf bis acht Jahre erhält Farbtiefe und Substanz über Generationen.

      Verwandte Kategorien

      Kelim · Gaschgai · Bachtiari · Perserteppiche im Überblick

      Handgeknüpfte Afghan-Teppiche | Label STEP Fair Trade | Djoharian Collection — seit 1967